Im Interview: Madleen Schurmann
Die junge Designerin Madleen Schurmann hatten wir bereits im Rahmen des Designer Checks auf unserem Blog vorgestellt. Nun folgten wir ihrer Einladung zur Qubique und hatten hier Gelegenheit sie auf Ihrem Stand zu besuchen, wo sie uns bereitwillig Rede und Antwort stand. An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön für die Einladung! Auf der Designmesse hat sich unser erster Eindruck bestätigt: Madleens Werke überzeugen durch ihre individuelle und kreative Art. Getreu dem Motto “Inspired by nature” sammelt die junge Designerin Inspirationen vornehmlich in natürlichen Formen – was man ihren Möbeln ohne Frage ansieht. Die Möbel-Profi.de Redaktion ist sich einig: kreativ, individuell, gut – das sind Madleen Schurmann und ihre Möbel!
Im Finnischen bedeutet “SATU” so viel wie “Märchen, Geschichte” – hat dein Label-Name etwas damit zu tun? Erzählen deine Möbel eine Geschichte?
Es ist ein finnischer weiblicher Vorname, kommt auch aus dem Indonesischen und hat “Eins” zu bedeuten, ist aber nicht der Ursprung von SATU. SATU ist eigentlich mein Spitzname gewesen, von dem altenglischen Wort “Saturnine”, was “düster” bedeutet und was die Note meiner Möbel ist. Daraus hat sich der Künstlername SATU entwickelt. Und ich habe dann gesagt, daraus mache ich mein Label, weil es ein kurzer, einprägsamer Name ist.
Warum gerade diese Faszination für Schwarz? Steckt dahinter etwas Geheimnisvolles für dich?
Nichts Böses, Schwarzmagisches… Es ist einfach meine Haarfarbe, Kleidungsfarbe, ein bisschen meine Lebenseinstellung. Ich würde mich als Schwarzromantikerin bezeichnen und ich denke, dass zeigt sich auch in den Möbeln – wobei, wie man sieht, ist auch mal Rot dabei oder helles Holz.
Wie kommen deine Möbel bei den Kunden an, was schätzen sie an deinen Arbeiten besonders?
Ich denke, es ist vielleicht die Verbindung von Funktion und künstlerisch geschwungenen Formen; dass auch technische Details drin sind, wie die ganzen spielerischen Beschläge, aber auf der anderen Seite, die Funktionalität nicht nur im Vordergrund steht.
Was ist dein persönliches Lieblingsmöbel? Und wieso?
Ich selber bin so ein bisschen in “Alice” verliebt, das war mein erster Entwurf, den ich in meinem Ideenbuch gezeichnet habe und mein erstes Möbelstück, das ich umgesetzt habe. Und das hat auch gleich im Prinzip so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Und es ist etwas, was ich selbst gerne anschaue und zufrieden bin. Ich finde, es ist schön weiblich – das passt zu mir!
Was sind deine Inspirationsquellen?
Die Natur, man sieht den Leitsatz “Inspired by Nature”. Ich mache auch sehr gerne Fotos, gehe in die Natur, und mich inspirieren einfach die Formen. Wie z.B. die Möwe, wo man dann sagt, dass sind die geschwungenen Linien auf diesem “Kalifragi” Sideboard. Es reicht einfach, wenn ich mir die Natur anschaue und dann bildet sich in meinem Kopf schon eine Form, die ich umsetzen möchte.
Du steckst schon lange in den Vorbereitungen für die Messe, was gab es alles zu tun?
Eigentlich hatte ich noch einen Partner, der mir helfen wollte, der dann aber abgesprungen ist. Das heißt, ich arbeite seit 1,5 Monaten alleine von früh bis abends an der Messe. Es waren so viele Sachen – Visitenkarten, Werbeplakate, Stand-Bau, was alles dazugehört. Organisation, das Verpacken – es war schon ganz schön heftig! Aber ich denke, es hat sich gelohnt. Es fehlt natürlich auch die Erfahrung, es ist der erste Auftritt, alles muss perfekt sein, man weiß noch nicht so ganz, in welche Richtung es geht. Beim nächsten Messeauftritt wäre ich sicherlich entspannter.
Wie wichtig ist für dich die Messe und was erhoffst du dir (im Idealfall)?
An sich würde es mir natürlich schon reichen, anhand der Reaktionen, den Gesichtern von Leuten zu merken, dass es überhaupt Sinn hat, das weiter zu verfolgen. Es gibt so Reaktionen wie “das ist einfach schön”, dass man sich bestätigt fühlt und merkt, man ist nicht auf dem Holzweg. Und – natürlich, klar – geht’s auch ums Geschäft. Die Messe kostet schon viel Geld. Mein Ziel war es, dass man kleine Einrichtungsläden findet, die Interesse haben, sich solche Stücke mal ins Schaufenster zu stellen, dass man da gewisse Vertriebswege aufbauen kann.
Was ist das Besondere an dieser Messe für dich?
Mir hat es zugesagt, dass hier ein junges Team dahintersteckt, das sich nicht so an Konventionen und vorgeschriebene Normen hält, wie ich eben auch nicht. Und das war eben was Neues, ich bin auch neu auf dem Markt und da habe ich einfach sofort gedacht, da sollte man schon die Chance nutzen, bei was Neuem dabei zu sein.
Worauf freust du dich besonders auf dieser Messe?
An sich ist es schon ein besonderes Gefühl, neben gewissen weltweiten Größen der Möbelbranche zu stehen. Das gibt ein besonderes Gefühl und an sich ist es einfach wie eine Art kleiner Urlaub, wir sind in Berlin und genießen es!
Wie sähe ein “Worst Case” für dich bezüglich dieser Messe aus?
“Worst Case” wäre, dass irgendjemand eine Schublade anfasst und sie auseinander bricht, weil ja natürlich schon teilweise grob dran gezogen wird, wie das eben so ist auf Messen. “Worst Case” wäre natürlich auch, wenn man komplett alleine hier wäre, weil niemand kommt. Aber es ist bis jetzt keins von beidem eingetreten.
Was wirst du als Erstes tun, wenn die Messe vorüber ist?
Ich glaube, dass Erste, was ich mache, ist mal zwei Tage nicht in die Werkstatt gehen, was ich in den letzten 1,5 Monaten nicht gemacht habe, wo ich wirklich sieben Tage in der Woche dort war. Einfach mal ein bisschen Abstand gewinnen und nochmal drüber schlafen. Und vielleicht mal nach Prag fahren, genießen…
Was wäre dein größter Traum als Designerin?
Mein Traum wäre mal: Man fliegt z.B. nach New York, besucht einen Designerladen und im Schaufenster sieht man auf einmal etwas, was man selber designt hat. Das wär so mein Traum.
Welche Möglichkeiten nutzt du zum Netzwerken und um deine Arbeit bekannter zu machen?
Da habe ich einiges von meinem Vater gelernt, der auch selbständig ist und sein Standardsatz war immer: Du musst Klinken putzen! Und das werd ich jetzt auch machen, ich habe jetzt 400 Adressen herausgeschrieben von Leuten, die potenziell Interesse haben könnten. Und einfach hinfahren, sich zeigen, präsent sein. Ich glaube, das ist das einzig Richtige, was man am Anfang so machen kann.
Was meinst du, würdest du heute machen, wenn du nicht (Möbel)Designerin geworden wärst?
Ich habe schon einiges gemacht – ich habe auch mal angefangen Physik zu studieren! Da habe ich dann gemerkt, mich reizt zwar schon dieser Versuch die Welt zu erklären, aber mir hat einfach das Kreative gefehlt. Ich habe auch mal angefangen eine Firma zu gründen, die sich mit Konzerten und Bühnenbild-Theater beschäftigt hat. Aber auch da habe ich gemerkt, es ist wieder das Kreative, was mir daran gefallen hat. Und deshalb läuft es immer wieder darauf hinaus. Wenn es nicht Möbeldesign ist, irgendetwas anderes, was kreativ ist, müsste es schon sein.
Hast du einen Rat für angehende Jung-Designer, also solche, die es werden wollen?
Da ich erst seit vier Monaten Designerin bin, bin ich auch noch nicht so weise, was das angeht und trete auch noch in viele Fettnäpfchen. Aber ich hab mal von jemandem gehört, man solle niemals Grundsatzdiskussionen führen. Also wenn jemand anzweifelt was man macht und schlecht findet – einfach nicht drüber reden, sondern an seine Sache glauben! Man muss schon lange kämpfen, bevor man sagt: Ich geb´ auf! Das ist das Letzte was man tun sollte, wenn es nicht gleich so klappt, wie man es sich vorstellt.
Ein schönes Schlusswort! Ich glaube, wir haben dann soweit alles was wir brauchen. Vielen Dank für deine Zeit und natürlich auch dafür, dass du uns hierher eingeladen hast. Wir wünschen dir und SATU Design noch ganz viel Erfolg in der Zukunft!
Weitere Informationen zu Madleen Schumann und ihrem Label SATU Design finden Sie hier: http://www.satu-design.com/









